Die Kinder von EUROPIA

Schule, Arbeit, Leben in 100 Jahren

Unser gemeinsames Buch "Die Kinder von Europia"

Teil des Projekts ist es auch, gemeinsam ein Buch zu schreiben!

Schülerinnen und Schüler aus den teilnehmenden Ländern Bulgarien, Deutschland, England, Frankreich und Schweden schreiben jeweils 1 Kapitel und reichen dies dann weiter, bis das Buch dann fertig ist.

Momentan gibt es bereits 9 Kapitel.

Das letzte Kapitel wird in internationalen Schüler-Teams während unseres Frankreich-Aufenthalts geschrieben.

Diese können Sie hier bereits lesen - viel Spaß!

(For the english version  - click here!)


Die Kinder von Europia

Charaktere : Heidi, Thomas, Max, Claudette, Moritz

Kapitel 1 (geschrieben von Team Deutschland)

Im Jahre 2115 leben alle Menschen im neuen Europia beisammen, es gibt keine Grenzen zwischen den einzelnen Ländern.

Diese freie Lebensform bringt mitunter viele Nachteile mit sich, denn kein Land hat besondere Traditionen oder besondere kulturelle Unterschiede, die es zelebriert.
Auch die einzelnen Länder haben keinen eigenen Namen mehr, an denen man sich orientieren könnte.

Die Menschen in Europia leben unter einem starken Regierungssystem, das viel Kontrolle und Ansehen genießt.
Keiner hat seine eigene Identität beziehungsweise eine außergewöhnliche Persönlichkeit.

An einem angenehmen Sommertag trafen sich fünf Freunde Claudette, Heidi, Thomas, Max und Moritz an ihrem geheimen Treffpunkt im Wald um gemeinsam zu zelten.
Heidi und Thomas fingen sofort, nachdem sie angekommen waren, damit an den Zeltplatz für die Übernachtung einzurichten.

„Hey, wie geht es euch?“ begrüßten Max, Claudette und Moritz die beiden als sie auf der Lichtung ankamen. „Danke, uns geht es gut“ antwortete Heidi während sie damit beschäftigt war Äste für ein Lagerfeuer zu sammeln.
„Wie schön das ihr da seid. Wir haben schon angefangen unsere Feuerstelle abzugrenzen. Es wäre super, wenn ihr das große Gemeinschaftszelt aufbauen könntet“ befahl Thomas.

Claudette, Max und Moritz schlugen das Zelt auf und platzierten es auf einer ebenen Stelle. Während sie damit beschäftigt waren, alle Seile und Heringe zu befestigen, redeten sie über ihre weiteren Pläne.

„Wir könnten eine Schnitzeljagd organisieren. Das wäre doch eine lustige Idee!“ schlug Max begeistert vor. „Oder lasst uns doch eine Nachtwanderung unternehmen, das wäre unkomplizierter“. entgegnete Moritz.
Als Heidi und Thomas die Feuerstelle mit genügend Brennholz versorgt hatten ,und Max, Claudette und Moritz fertig mit dem Aufbau des Zeltes waren, gingen sie ihrem Plan nach und rüsteten sich für die Nachtwanderung.
Mit Taschenlampen und einer Fackel machten sie sich auf den Weg durch den finsteren Wald.
Ihr Ziel lag am Anfang einer einzelnen Sandsteinwand, die sich durch den Wald zog.
Dieser Naturfels war vor hundert Jahren ein bekannter Fels in Deutschland, doch nun da es keine einzelnen Länderabgrenzungen mehr gab, verlor er seine Besonderheit.

Sie liefen zwischen Tannen und Kiefern den steinigen Weg entlang, bis sie nach einer Dreiviertelstunde am Ursprung der Felswand standen. Hier beschlossen sie, sich eine Weile auszuruhen, ehe sie sich auf den anstrengenden Rückweg machen würden.

„Was habt ihr eigentlich für eure Zukunft geplant?“ unterbrach Heidi die aufkommende Stille. „Welche Pläne?“ sagte Max. „Wieso sollte es sich noch lohnen ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wenn alles in Gleichgültigkeit untergeht?“ antworteten Max und Moritz mit trauriger Miene. „Vielleicht finden wir irgendwann ein bedeutsames Ziel“ entgegnete Claudette. „Genau, wir dürfen nur nicht den Mut verlieren etwas neues auszuprobieren und daran zu glauben, dass alles gut wird“ munterte Thomas die anderen auf.

Mittlerweile wurde es ziemlich kühl und die Freunde entschlossen sich, zurück zu ihrem Zelt zu laufen. Schweigend und fröstelnd liefen Max, Claudette, Moritz, Thomas und Heidi zurück.
„Auuah“ schrie Claudette plötzlich. Die anderen vier erschraken und starrten auf Claudette, die nun mit aufgerissenen Augen auf dem Boden lag. „Was ist denn passiert?“ fragten die anderen mitleidig, während sie Claudette aufhalfen.

„Ich bin möglicherweise über einen Stein gestolpert“ versuchte Claudette zu erklären. Thomas leuchtete mit seiner Taschenlampe auf den Stein.
„Das ist kein Stein. Das ist eine alte Betonplatte, aus denen früher große Gebäude gebaut wurden. Diese Platte erkenne ich aus alten Erzählungen“ teilte Heidi den anderen mit.

„Lasst uns doch morgen früh wenn es hell ist, nochmal hierher kommen“ versuchte Max die anderen zu überzeugen.
„Zuerst einmal müssen wir zu unserem Zelt. Claudette muss ihren Fuß ausruhen und wir alle könnten ein paar Stunden Schlaf gut gebrauchen.“ bestimmte Thomas.

Gemeinsam stützten sie Claudette den restlichen Weg bis zu ihrem Zelt. Müde schliefen alle ein.

Am nächsten Morgen wachten die fünf Freunde verschlafen auf. Die Vorkommnisse der letzten Nacht schienen fast vergessen. Nur Max und Moritz schienen von der Idee begeistert nochmals zu den Betonplatten zu laufen und herauszufinden, woher sie stammen.

Seit mehr als fünfzig Jahren wurden die Häuser nicht mehr mit Betonplatten gebaut, denn man erfand eine neue Technologie, die es schaffte, dass große Häuser sogar einem starken Erdbeben standhalten konnten.
Mit einem Spaten, den sie glücklicherweise zum Zelten mitnahmen machten sich Max und Moritz auf die Suche. Sie fanden dieselbe Stelle nach wenigen Minuten und fingen an zu graben.

„Sieh mal! Da unten liegt etwas“ schrie Moritz voller Euphorie. Max bückte sich und hob aus dem kleinen Loch ein buntes Rohr heraus, auf dem in deutlichen Schriftzeichen „Zeitkapsel“ stand. Schnell liefen die beiden zurück zu ihren Freunden.

Alle öffneten neugierig die Zeitkapsel und starrten erstaunt über den seltsamen Inhalt. Ganz unten stand eine Bemerkung. Claudette las laut vor;
„Hallo Liebe Zukunftsmenschen,
Ihr habt unsere Zeitkapsel aus dem Jahre 2015 gefunden. Sie beinhaltet Gegenstände und Andenken aus dem früheren Leben. Auf der folgenden Seite findet ihr die jeweilige Beschreibung, für was wir diese Gegenstände brauchten.....“

Verdutzt sahen sie sich die Gegenstände genauer an.

„Ein Con..Kon..Contro..controller???“ stotterte Max
„Diese Gegenstände kenne ich nicht. Was ist denn Geld?“ fragte Heidi neugierig.Nun las Claudette die letzten Sätze vor:

„Ihr werdet noch andere Zeitkapseln finden, wenn ihr euch gemeinsam auf die Suche macht. Die nächste befindet sich in Griechenland, vergraben unter einer Schule.

Viel Erfolg bei der Suche !
Es grüßen die Schüler der IGS Rheinzabern.“

„Was denkt ihr? Wollen wir es wagen und uns auf die Suche machen?“ „Auf jeden Fall“ antworteten die Freunde aufgeregt.

Doch eine gewisse Frage beschäftigte alle:
Wo sollen wir anfangen zu suchen und wo genau lag früher Griechenland?

    

Kapitel 2 (geschrieben von Team Griechenland)

Claudette las es: Musikschule Arta (06.03.16).

Die Jugendlichen sahen sich das Äußere der Zeitkapsel, sie wollten sie sofort öffnen und deren Inhalt sehen. Max versuchte als Erster sie zu öffnen aber schnell wurde es ihm klar, dass er Hilfe brauchte, weil sie im Laufe der Zeit an einigen Stellen kaputt ging.

Nach einiger Zeit und nachdem sich alle bemüht hatten, schafften sie es, sie zu öffnen. Als sie den Inhalt der Zeitkapsel sahen, entdeckten sie erstaunt eine Reihe interessanter Gegenstände aber viele davon waren ihnen völlig unbekannt.

In der Zeitkapsel gab es Münzen aus dem letzten Jahrhundert, ein altes blaues Heft und eine blauweiße Flagge mit einem Kreuz auf der rechten Seite. Die Jugendlichen untersuchten begeistert die Gegenstände bis Heidi auffiel, dass es tief am Boden der Zeitkapsel einen Brief gab.

Sie entfaltete das Papier und las:

„Heute - Montag, der 16. März 2016, füllten die Schüler der Musikschule Arta in Zusammenarbeit mit Schulen aus Frankreich, Schweden, Deutschland, Bulgarien und England verschiedene Zeitkapseln und vergruben sie in dem Garten ihrer Schule.

Die erste Zeitkapsel befindet sich in Griechenland und wie es aussieht, habt ihr sie gefunden.

Zweck dieser Aktion war, dass diese Länder im Laufe der Zeit vereint bleiben und damit der europäische Zusammenhalt intakt bleibt. Wir freuen uns besonders, dass ihr das geschafft habt, die Zeitkapsel zu finden und wir hoffen, dass ihr auch die anderen 5 findet.

Im Fall, dass die Situation in Europa anders als die heute ist, versucht bitte sie wiederherzustellen und das Schlimmste zu verhindern!

In der Zeitkapsel findet ihr einen Teil aus den 6 Teilen einer Landkarte, die die Grenzen der Länder in Europa zeigt. Den dazu passenden Teil der Landkarte findet ihr in Bulgarien....”

Den Jugendlichen wurde es sofort bewusst, dass es ihnen die einmalige Chance anbot, Europa wie sie einst mal war zu erleben und das frühere Bild von Europa wiederherzustellen, als jedes Land seine kulturellen Merkmale und Besonderheiten hatte.

Moritz dachte an das bevorstehende Abenteuer und rief begeistert:

“Wartet mal, wie können wir die zweite Zeitkapsel finden, wenn wir nicht mal wissen, wo Bulgarien einst war?”

“Moritz hat Recht” sagte Thomas. Wir brauchen Hilfe! Was können wir aber tun?” sagte er und schaute die anderen ernst an.

“Vielleicht können wir im Internet nach Informationen suchen!” schlug Heidi vor.

“Aber du weißt doch, alle Informationen und Spuren aus dem letzten Jahrhundert sind gelöscht, wir können nichts finden!” sagte Claudette.

“Ich habe aber eine bessere Idee! Ich kenne einige Jugendliche, die erzählt haben, dass ihre Großeltern aus Griechenland kamen. Vielleicht wissen sie etwas und können uns helfen. Was meint ihr? Soll ich sie fragen?”

“Tolle Idee!” sagte Max “Lass uns sie sofort finden”

Eilig packten die Jugendlichen ihre Sachen ein und machten sich auf den Rückweg um ihre Freunde mit griechischer Abstammung zu finden. Claudette rief sie an und sie machten aus, sich am Nachmittag desselben Tages zu treffen. Als der Zeitpunkt näher rückte, konnten die Jugendlichen ihre Begeisterung kaum bremsen.

Als sie ins Cafe kamen, konnten sie merken, wie die vier Jugendlichen sie mit großer Neugier ansahen. Beiderseits herrschte große Verlegenheit...

Max wagte es aber und sagte: “Hallo, ich bin Max und hier sind Thomas, Heidi, Moritz und Claudette kennt ihr ja...”

“Hallo, ich bin Aristophanis, das ist Sokrates, Theodora und Pithagoras...” sagte Aristophanis, “es freut uns sehr euch kennen zu lernen.”

“Warum wolltet ihr uns treffen?” fragte Theodora neugierig.

“Wir wollten euch treffen und kennen lernen, weil wir etwas Einmaliges entdeckt haben!” sagte Heidi.

“Es hört sich spannend an! Was ist es aber?” fragte Sokrates ungeduldig. “Beim Wandern sind wir zufällig auf eine Zeitkapsel gestoßen” sagte Max. “Was? Wie bitte? Was ist passiert?” fragte Pithagoras
“Hört mal bitte zu...” sagte Thomas

Nachdem sie ihnen alles erzählt hatten, wollten die Jugendlichen sofort helfen und baten darum, die Zeitkapsel zu sehen um eventuell Informationen zu bekommen.

Sobald sie die Flagge sahen, rief Aristotelis: “Ich kenne diese Flagge. Es ist eine griechische Flagge. Ich erkenne sie wieder, ich weiß noch, als ich Kind war, sie in den alten Büchern meiner Oma gesehen zu haben.”

“Hat es vielleicht mit den Geschichten zu tun, die uns als Kindern erzählt wurden?” fragte Sokrates.

“Welche Geschichten denn?” fragte Moritz und er konnte seine Ungeduld nicht mehr in den Griff bekommen.

“Dieser Brief.... dieser Name der Schule... Musikschule Arta.... Ich bin mir nicht sicher aber ich meine, mich zu erinnern, dass meine Oma in diese Schule ging und sie hat mir viele Geschichten darüber erzählt, noch bevor die Ländergrenzen abgeschafft wurden. Sie hat sogar von Jugendlichen aus anderen europäischen Ländern erzählt und dass sie alle zusammen mal trafen und ein großes Fest hatten. Ich weiß nicht mehr so ganz genau aber sie hat noch erwähnt, dass sie verschiedene Zeitkapseln vergruben und dass sie Notizen über die genauen Grabstellen gemacht hatte” sagte Moritz in seinen Gedanken versunken.

“Wow, das ist super! Das kann uns aber sehr helfen! Hast du die Notizen deiner Oma?” fragte Max “Vielleicht finde ich sie wieder im Keller! Wollen wir zusammen suchen?”
Begeistert gingen alle zu Sokrates nach Hause und suchten lange im Keller.

Sie fanden jedoch nichts und wollten enttäuscht gehen, als Pithagoras in einer dunklen Ecke die Umrisse einer alten, verstaubten Truhe sah. Er rief nach den anderen und alle zusammen öffneten sie. Sie stellten bald fest, dass es in dieser Truhe nicht nur die Notizen der Oma sondern auch Landkarten und Ausschnitte aus alten, gedruckten Zeitungen gab, wo Fotos aus dem Jahr zu sehen waren, als die Zeitkapseln vergraben wurden.

“Es ist alles hier!” sagte Theodora. “Jetzt können wir auch die anderen Zeitkapseln finden und herausfinden, wie die Ländergrenzen früher waren. Vielleicht können wieder die Länder und ihre kulturellen Merkmale wiederhergestellt werden! Wir können auch endlich mehr über unsere Vorfahren erfahren und sehen, wo wir herkommen!”

“Wollen wir alle zusammen die anderen Zeitkapseln suchen? Dafür müssen wir aber herausfinden, wo Bulgarien einst war und da suchen... Was meint ihr? Wollt ihr...?”


Kapitel 3 (geschrieben von Team Bulgarien)

Heidi, Max, Thomas, Claudette und Moritz blieben noch ein paar Tage zusammen mit ihren Freunden in Griechenland, um die Karten entziffern zu können und die Grenzen von Bulgarien zu finden.
Ihre Untersuchung war natürlich erfolgreich und bald stellten sie fest, dass Bulgarien ganz nahe liegt. Gleich machten sie sich auf den Weg dahin.

Unsere fünf Freunde erreichten Vratsa, eine kleine Stadt im Nordwesten des Landes, wo, nach den Anweisungen der Karte, die nächste Zeitkapsel vergraben worden war. Sie stiegen bei Freunden ab und begannen zu grübeln.

„Wir haben die Zeitkapseln in alten Schulen gefunden, also befindet sich auch diese Kapsel in einer Schule. Die Frage ist: in welcher!?“ versank Thomas in Gedanken. Er begann alle alten Karten und Fotos, die sie von Griechenland mitgebracht hatten, zu untersuchen.

„Schauen wir uns alles von vorne an und suchen wir nach Information über die Schulen hier!“ fügte Heidi hinzu. Alle machten sich auf die Arbeit.

Nach einigen Stunden fand Moritz etwas.

„Hört zu! Ich habe ein Foto gefunden, auf dem ich glaube, dass eine Schule zu sehen ist. Auf der Rückseite kann man folgendes lesen: Allgemeinbildende Oberschule „Hristo Botev“ – die älteste Schuleinrichtung in Vratsa. Fragen wir einen Einheimischen, so werden wir herausfinden, wo genau diese Schule liegt.“ Sagte Moritz aufgeregt und alle waren mit ihm einverstanden.

Sie erkundigten sich bei ein paar Passanten und erfuhren, wo genau die Schule liegt. Da gab es aber ein Problem. Als sie nach der Schule suchten, fragte man sie: Welches Gebäude sucht ihr? So wurde ihnen klar, dass die Schule aus zwei verschiedenen Gebäuden besteht.

Die Freunde beschlossen das erste Gebäude aufzusuchen. Sie packten die Karte ein, die den Platz der vergrabenen Kapsel beschrieb, und machten sich auf den Weg.

„Ich weiß, dass wir nicht lange laufen, doch werden wir es schaffen? Die Situation scheint mir sehr kompliziert zu sein. Wir wissen sogar nicht, in welchem der Schulgebäude die Kapsel liegt, und ob sie überhaupt immer noch dort ist.“ Sagte Max besorgt und unentschlossen. Er war offensichtlich müde von dem langen Tag.

„Egal ob es schwer sein wird oder nicht, wir werden nicht aufgeben. Die Leute, die diese Kapseln vor vielen Jahren vergraben haben, haben damit gerechnet, dass irgendjemand sie findet.
Dieser irgendjemand sollen wir sein, egal ob heute oder morgen.“ begeisterte sich Claudette.
Ihre Worte machten auch ihren Freunden Hoffnung.

„Ich glaube, wir sind da. Es sieht aber sehr einsam und ein bisschen unheimlich aus.“

„Na hör auf Moritz. Wir wissen, dass du sehr leicht Angst bekommst, es ist doch noch hell.“ scherzte Max mit ihm.

„Schweig doch!“ ärgerte sich Moritz und die anderen lächelten.

„Fangen wir mit dem wichtigsten Teil an. Ich glaube, wir müssen beginnen die Schritte zu zählen, und zwar von hier – von der Tür. Stellen wir uns vor sie.“

Alle waren mit Claudette einverstanden und gingen zu ihr.

„Zehn Schritte nach vorn. So, jetzt fünf Schritte nach links, und noch fünf, und zum Schluss ein Schritt nach rechts. Die Karte zeigt, dass wir hier graben müssen.“

Thomas zählte die Schritte und alle machten sich auf die Arbeit.
Es vergingen zehn Minuten. Alle Gesichter drückten Enttäuschung aus.

„Ich kann es kaum glauben! Wo haben wir einen Fehler gemacht?“ ärgerte sich Heidi und nahm wieder die Karte. „Die Schritte haben wir richtig gezählt, doch wir stehen sicherlich im falschen Schulhof, im Hof des falschen Gebäudes.“

„Na gut, wir haben den ganzen Tag verloren. Was machen wir jetzt?“ fragte Moritz.

„Gehen wir doch schlafen, es wird schon dunkel. Morgen kommen wir wieder und wir finden bestimmt den richtigen Platz.“ schlug Max vor. Alle gingen weg um sich zu erholen und Kräfte zu sammeln.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten sich die Freunde wieder auf der Suche.
Sie wussten, dass das Hauptgebäude der Schule irgendwo in der Nähe liegt, doch wo war sie eigentlich?

„Sollen wir nicht irgendjemanden fragen? Alleine schaffen wir es nicht.“ fragte Max die anderen. „Gute Idee! Gehen wir!“ erwiderte Claudette.

Die Kinder erkundigten sich bei den Passanten und stellten fest, dass die Schule wirklich ganz nahe liegt. Nachdem sie das Gebäude entdeckten, waren sie sich gleich sicher, dass das der gesuchte Platz ist.
Die Schule war groß, mit altertümlicher Architektur und floss Respekt ein.

Alle stellten sich vor der Tür und begannen wieder die Schritte zu zählen. Zehn Minuten später konnten man auf den Gesichtern der Freunde keine Enttäuschung, sondern Erleichterung und Glück lesen.

„Es war höchste Zeit! Da ist die Kapsel.“ atmete Thomas auf. „Mal sehen, was drin steckt.“

In der Kapsel entdeckten sie eine Papierrolle, auf der Bulgariens Wappen zu sehen war.
Da waren auch eine Menge Gegenstände, der interessanteste davon war das berühmte bulgarische Rosenöl. Hier fanden die fünf Freunde auch Anweisungen darüber, wie sie das nächste Land erreichen können.

„Dieses Abenteuer war unglaublich! Ich hoffe, dass wir auch im anderen Land uns amüsieren und unser Ziel erreichen werden – die Länder wieder aufzubauen.“ sagte Claudette.

„Ich bin einverstanden mit dir. Machen wir uns auf dem Weg nach Schweden!“ 


Kapitel 4 (Schweden)

Wir sind gelandet in dem, was einst das graue und kalte Schweden gewesen war. Wohl angekommen sahen wir zwei Jugendliche, die in unserem Alter zu sein schienen. Heidi schlug sofort vor, dass wir die jungen Leute fragen, ob sie etwas über das alte Schweden wüssten. Wir gingen an sie heran, sprachen mit ihnen, und fanden heraus, dass sie Elin und Viktor hießen. Wir fragten sie, ob sie etwas über das alte Schweden wussten, oder über die kleine Stadt, die einst Enköping genannt wurde. Sie antworteten, dass sie zwar den Namen gehört haben, aber nicht so viel wussten. Aber Elin hat eine Idee bekommen und sagte aufgeklärt: ”Meine Mutter arbeitet in der Bibliothek, wo alle alten Dokumente liegen. Ihr könnt dorthin gehen und nach Karten suchen”.


Also folgten wir Elin und Viktor in die Bibliothek. Elin stellte uns ihrer Mutter vor, und danach führte die Mutter uns zu den Dokumenten. Unter den Dokumenten fand Max eine Schublade mit der Einschrift „Enköping“. Wir versammelten uns neugierig um Max herum, der jetzt die Schublade zu einem Tisch getragen hatte. Als Max die Schublade öffnete, und wir damit anfingen, alle Papiere zu durchsuchen, fanden wir eine Karte über Enköping und eine Zeichnung von den Gebäuden und dem Schulhof  der S:t Iliansschule. Auf der Zeichnung gab es einen Text zwischen zwei von den Gebäuden, die mit blasser Handschrift geschrieben war.  „Es stand Zeitkapsel“. Wir verstanden alle, dass dies der Zeitkapsel war, nachdem wir suchten. Mit Hilfe der Karte über Enköping und der Zeichnung über die Gebäude der Schule war es einfach für uns, die Schule zu finden.

Als wir an der Schule angekommen waren, fingen wir damit an, nach Zeichen zu suchen, wo die Zeitkapsel liegen konnte. „Unter dieser herzförmigen Skulptur gibt es eine Lücke“, rief Thomas plötzlich. Thomas öffnete die Lücke, und ganz genau – die Zeitkapsel lag darunter.

In der Zeitkapsel gab es mehrere Texte von Jugendlichen, die vor 100 Jahren lebten. Da gab es auch verschiedene Bilder und Rezepte. Auf einem Bild waren zwei Jugendliche. Die eine Person hatte lange, blonde Haare. Ihre Kleider waren ganz anders, ihre Hose war aus Jeans-Stoff, sie war sehr eng und sah sehr unbequem aus, im Vergleich zu unserer leichten Kleidung. Auch der Pullover war sehr eng und hatte keine Ärmel. Die Haare von der anderen Person waren ganz kurzgeschnitten, ihre Hose war aus Jeansstoff, aber nicht so eng, und der Pullover war aus einem dicken Stoff. Die Beiden lächelten in die Kamera und sie hielten einander an den Schultern.

Es gab auch einen Brief. In dem Brief stand es:

„Jetzt habt ihr die zweitletzte Zeitkapsel gefunden. Fahrt jetzt in das Land wo London Eye und Big Ben sind. Ihr sollt jetzt nach England weiterfahren. Viel Glück!“  


Kapitel 5 (England)

Nach einer kurzen, zwei minütigen Verkörperung der luxuriösen Stadt Stockholm, fanden sie sich wieder in der feuchten und schmerzgeplagten Stadt London, auf der Suche nach der Zeitkapsel. 

Anstatt wieder junge Leute zu fragen, verschwand die Gruppe zu dem bekannten London Metropolitan Archiv. Nach umfangreichen Recherchen entdeckte die Gruppe, dass vor 104 Jahren eine Gemeinschaft von schulischen Halbwüchsigen einige Zeitkapseln auf dem Schulgelände vergraben hatten. Erfolgreich in ihrer Recherchearbeit, entschieden sie, unmittelbar zur Akademie zu gehen, mit einem forschenden Blick auf die Kapsel. Nach der Ankunft verschwanden alle in die Bibliothek, mit der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.

Getarnt als Schüler erkundigten sie sich über die Zeitkapsel bei der Bibliothekarin und bedenkenlos schickte die Frau alle zu dem freistehenden Musikgebäude. Auch mit der Benachrichtigung, dass vor 100 Jahren eine Klasse die Kapsel vergraben hatte aber mit der Hoffnung, dass es jemand in der Zukunft entdecken würde, um über die Kultur von 2016 zu lernen. Als die Gruppe dort ankam, verwendeten sie ihre Mehrzweck-Ausgrabungswerkzeuge, ausschließlich geschaffen für diese Erforschung, um den Boden um das verfallene Musikgebäude zu untersuchen.

Die Bibliothekarin erwähnte, dass das Musikgebäude von einer Familie grässlicher, mutierter Stacheltiere beheimatet war. Aus dem Grund waren die Renovierungsarbeiten stillgelegt worden, um Verletzungen von Mitarbeitern zu vermeiden. Wegen mangelnder Instandhaltung des Musikgebäudes war das Gebäude völlig kaputt. Unerwartet rief jemand von der Gruppe, dass er einen Stapel von Plastikkisten gefunden hatte. Nach einer kurzen Ausgrabung der Grube hat die Gruppe endlich die mühsam gesuchte Zeitkapsel gefunden. Daneben lag ein Igel, der in der Grube eingeklemmt war. Eine der Kapseln beinhaltete eine kleine blaue Tüte, mit der Aufschrift „Walkers cheese and onion“. Eine andere Kapsel hatte eine Flasche mit einem roten Etikett, beschriftet mit den Worten, „Coca-Cola“. Schließlich war noch eine Münze mit einer Frau umrahmt von Kleeblättern. Eine Plastikkiste enthielt ein Spielauto und ein Bild von Tower Bridge in London. Letztendlich war da noch eine größere Plastikkiste, die anders als der Rest ausgesehen hat. Innen war ein großes Bild von den Halbwüchsigen von damals und eine Notiz, ähnlich dem, was die Gruppe in Schweden gefunden hatte.

Darauf stand:

Travel to the home of the Charles Bridge

And the track of racing cars

A lovely country to abridge

You won't have to travel far

Kapitel 6 – Frankreich

„Wohin müssen wir jetzt?“, fragt Max.

„Ich glaube in das Land, das damals Frankreich hieß“, antwortet Claudette. „Schau mal, auf einem Dokument, das sich in einer der anderen Zeitkapsel befand, steht der Name von Mériel. Ich denke, dass ein Teil der Gruppe aus dieser Stadt kam. Was sagt ihr dazu?“ 

„Ja, ich erinnere mich daran! Du hast Recht, Claudette!“, antwortet Heidi.

„Toll, jetzt wissen wir, wo die nächste Zeitkapsel ist! Ich bin so froh!“, ruft Moritz.

Zwischen beiden Ländern gibt es nur einen Fluss zu durchqueren.

Unsere fünf Freunde kommen zum Hafen, aber das Schiff fährt schon los. Sie gehen also in ein Ruderboot. Sie rudern schnell und kommen zu einem sehr großen Schiff an. Sie beschließen, in den Schiff einzubrechen. Sie haben keine andere Wahl.

„Kommt, das ist sehr ruhig hier!", flüstert Claudette.

„Verstecken wir uns!", sagt Moritz.

„Ja, gute Idee!", antworten alle.

Sie treten ein und sehen, dass es viele alte Personen gibt. Sie sind überrascht. Das erste alte Mädchen ist eingeschlafen. Der zweite Mann spielt mit einem anderen Mädchen Schach. Die Alten sprechen miteinander.

Sobald die Alten die fünf Freunde sehen, gehen sie zu ihnen. Sie beginnen zu sprechen und sie lernen, dass die ganze Gruppe aus einer kleinen Stadt neben der ehemaligen Hauptstadt Frankreichs kommen und dass alle hier auf einer Wallfahrt mit alten Schulkameraden sind.

Nach und nach lernen sie sich besser kennen und verbringen eine angenehme Zeit zusammen.

„Wo sind wir jetzt?", fragt Heidi.

„Fragen wir den Kapitän!", antworten die Alten.

In der Kabine sehen sie den Kapitän Pedro, der sagt:

„Wir sind bald angekommen! Ich sehe Calais…"

Als das Schiff anlegt, trennen sie sich von den Alten.

Heidi, Thomas, Max, Claudette und Moritz sind jetzt in Calais. Sie sehen die alten Menschen irgendwohin fahren. Sie sind ein bisschen traurig.

Um weitere Informationen zu bekommen, gehen sie in eine Kneipe, die in der Nähe ist. Claudette fragt den Kellner:

„Entschuldigung, kennen Sie die Stadt Mériel?"

„Mér… Mériel? Nein, kenne ich nicht", antwortet der Kellner.

„Also, Entschuldigung. Tschüss", sagt Claudette.

„Wartet! Ich weiß, wo Mériel ist. Ich kann euch mitnehmen!", sagt plötzlich eine andere alte Person, die alles gehört hatte.

„Toll! Also es geht los!", rufen die fünf Freunde zusammen.

Sie gehen in das Auto des alten Mannes und fahren nach Mériel.

Moritz fragt: „Wie heissen Sie?"

„Ich bin Jean-Eudes, ich bin Fischer in Calais“.

„Wie alt sind sie?", will Heidi wissen.

„Ich bin 60 Jahre alt. Warum wollt ihr nach Mériel fahren?", fragt der Fischer.

„Wir wollen die Zeitkapsel finden!", sagt Max.

„Die Zeitkapsel ? Was ist diese Zeitkapsel?", erkundigt sich Jean-Eudes.

„Zeitkapseln sind Kapseln, die von Menschen in der Vergangenheit begraben wurden, so dass sie in unserer Gegenwart gefunden werden können", erklärt Claudette.

„Hm… Das erinnert mich an etwas…" sagt Jean-Eudes.

„Wirklich?" ruft Moritz.

„Ja, eine Geschichte, die meine Großeltern mir erzählt haben", sagt Jean-Eudes.

„Können Sie sie uns auch erzählen?", fragen sie alle zusammen.

„Es tut mir Leid, aber ich erinnere mich nicht mehr… ", antwortet Jean-Eudes.  „Aber wartet! Schaut mal! Hier ist die Stadt Mariel!"

Sie kommen in der Stadt Mériel an. Plötzlich sehen sie die alten Menschen, die sie vor ein paar Stunden im Schiff getroffen hatten. Sie nehmen eigentlich  an einer Pilgerfahrt zum letzten Gymnasium in Frankreich teil, in dem Deutsch „Abteil Euro" unterrichtet wurde. Sie treffen die alten Menschen. Dann gehen sie in das Gymnasium mit Jean-Eudes.

Sobald sie angekommen sind, fragt Moritz:

„Warum geht ihr alle hierher?"

„Weil wir die letzten Menschen sind, hier Deutsch „Abteil Euro" gelernt zu haben", antwortet ein alter Mann.

Und Claudette fragt:

„Also super! Wie heisst ihr?"

Die alten Menschen sind: Axel, Lilian, Clémence, Igor, Océane, Lison, Coralie, Léna, Yasmine, Anaïs, Ruben, Alexis, Nathanaël und Ngatam und Shannon (beide sind die Großeltern von Jean-Eudes!).

Max fragt:

„Wo ist die Zeitkapsel? Wir wissen, dass sie hier begraben ist…"

Alle überlegen und plötzlich sagt Axel:

„Je sais !!!!"

„Was??", fragen alle.

„Ich weiß! Die Zeitkapsel ist vor dem Gymnasium!"

Heidi, Thomas, Max, Claudette und Moritz gehen vor das Gymnasium und finden die Zeitkapsel dank einem alten Schild aus Holz, auf dem noch ein paar Buchstaben und Flaggen aus verschiedenen Ländern stehen.

In den Zeitkapseln (es gab nämlich 2 Zeitkapseln) gibt es eine Zeitschrift, mehrere Briefe mit Fotos, Papiere, Kugelschreiber, ein rundes Stück aus Eisen, und Kartoffelsamen.

„Wir sind viel gereist: nach Deutschland, Griechenland, Bulgarien, Schweden und England. In jedem Land haben wir eine Zeitkapsel gefunden, Frankreich ist das letzte Land", sagt Claudette.

„Ok! Ja, wir gehörten zum Projekt", sagen die alten Menschen.

„Also super! War das Projekt gut?", fragt Moritz.

„Ja, ja, ja ! Es war ganz toll!"

„Das ist sehr cool!", sagt Claudette.

„Ja! Kann ich die Puzzle-Teile jetzt haben?", fragt Thomas.

„Natürlich!", antwortet Moritz, der sie bis jetzt behalten hatte.

Jetzt sind sie alle froh. Nach dieser langen Reise haben sie Hunger.

„Um das zu feiern, kommt nach Hause, um zu essen!", schlägt Ruben vor, ein französischer Pilger, „weil ich in der Nähe wohne".

Alle Personen sind einverstanden. Sie gehen zu Rubens Haus und essen Baguette, Käse und Crêpes und trinken Rotwein.

„Dein Essen schmeckt sehr gut!", ruft Max aus.

„Danke!", antwortet Ruben.

„Aber wo ist Thomas??", fragt Heidi.

Sie machen sich also auf die Suche nach Thomas aber finden ihn nicht.

„Ich glaube, dass Thomas in den Toiletten ist“, sagt Max.

 Sie gehen alle zu den Toiletten und bleiben vor der Tür stehen. Claudette ruft:

„Thomas? Bist du hier?"

Niemand antwortet. „Thomas?! Thomas???!!" Noch keine Antwort…

Also Ruben schlägt die Tür ein. Das Fenster ist offen. Er ist sicher durch dieses Fenster gegangen. 

Sie suchen Thomas draußen.

Plötzlich hören sie etwas. Sie nähern sich vom Geräusch…

„Das ist ein Hubschrauber!", sagt Max.

„Also das ist die Regierung, weil nur sie solche Hubschrauber besitzen!", ruft Heidi.

„Oh nein!", alle verstehen die Gefahr…     

In diesem Augenblick landet der Hubschrauber…

„Er ist hier!", ruft Claudette, die gerade Thomas entdeckt hatte.

Die vier Freunde laufen zu Thomas. Zwei Personen gehen aus dem Hubschrauber herunter: eine Frau und ein Mann.

„Komm, Sohn! “, sagt der Mann. Thomas steigt in den  Hubschrauber ein.

„Thomas hat alle Puzzle-Teile!!", ruft Claudette.

Sie versucht, Thomas einzuholen, aber der Mann nimmt einen Revolver aus seiner Tasche und schießt auf Claudette, die auf dem Boden fällt. Jean-Eudes hilft ihr sofort.

„Lilian, hol die Erste-Hilfe-Ausrüstung! Schnell!", ruft er.

„…, ich komme mit dir! Ich weiß, wo das ist", sagt Ruben.

„Ok, schnell!", antwortet Lilian.

Zur gleichen Zeit fliegt der Hubschreiber ab. Thomas ist nicht mehr auf ihrer Seite…

„Ich bin wirklich enttäuscht!“, sagt Moritz.

„Ja, aber wir müssen jetzt gegen die Regierung rebellieren!", sagen Shannon, Anaïr und Nathanaël.

Alle sind einverstanden. Ruben und Lilian kommen zurück. Ruben hilft Jean-Eudes, aber Claudette ist tot.  Sie sind alle völlig am Boden zerstört.

„Oh, ich habe in der Erste-Hilfe-Ausrüstung einen Brief gefunden. Thomas hat diesen Brief geschrieben!!", ruft Lilian.

„Lies den Brief!“, bittet Heidi.

„Ok: Verzeiht mir, meine Freunde, …"


Kapitel 7 – Bulgarien

“Lies doch weiter” forderte Moritz Lilian auf, die innegehalten hatte, um Atem zu holen.

„Gut: Verzeiht mir liebe Freunde – ich konnte es euch gar nicht sagen. Die Regierung hat über die Zeitkapseln und über unser Interesse daran erfahren. Die Menschen in den Ländern, die wir besucht haben, sind gegen die Regierungen aufgestanden und bestehen auf die Wiederherstellung der ehemaligen Länder. Ihr wisst, dass meine Eltern für die Regierung arbeiten. Ich konnte mich nicht widersetzen, als sie mir erklärten, dass ich ihnen eine Unterstützung gewähren soll und ihnen die Pizzleteile gleich übergeben soll. Wenn ihr diesen Brief liest, werde ich weit von euch sein, doch ihr musst wissen, dass ich mit euch bin und euch unterstützen werde. Meine Eltern haben mich nach Bulgarien gebracht. Zu Zeit ist dort ein großer Aufstand. Fährt dorthin, sprecht mit den Leuten, ermuntert sie! Egal was passieren soll, sind wir der Grund für diese Revolution und es hängt nur von uns ab, sie weiterzuführen. Ich warte auf euch im Hof der Schule, wo wir eine der Zeitkapsel gefunden haben.     Thomas“

„Was machen wir jetzt?“ fragte Moritz.

„Wieso denn was? Wir fahren gleich nach Bulgarien. Man braucht uns dort.“

„Wir kommen auch mit“ sagten Jean und Lilian. „Wir möchten auch für den Aufstand beitragen“.

„Dann gut! Los geht es!“

Alle Freunde machten sich auf den Weg nach dem Land des Rosenöls und der wunderlichen Natur, nach der kleinen Stadt mitten im Gebirge, die die Erinnerung an den vergangenen Zeiten bewahrte, doch auch die Hoffnung auf einen neuen Anfang.

Nur einige Stunden später waren sie in Vratsa. Schnell fanden sie das Gebäude der Hristo-Botev-Schule, wo sie eine Überraschung erwartete. Hunderte von Menschen hatten sich im Schulhof versammelt. Sie sangen und riefen, sie waren unzufrieden von der Regierung und wollten Veränderungen. Auf den Treppen vor den Freunden stand Thomas.

„Wir sind die Zukunft. Wir müssen diesen Regierungen zeigen, dass sie die Kultur und die Traditionen von so vielen Völkern nicht unterdrücken können. Wir sind einheitlich, doch auch einzigartig. Darin liegt der Sinn!“

Man konnte sehen, dass alle sehr aufgeregt waren. Heidi traten die Tränen in die Augen. Alle Freunde gingen zu Thomas und umarmten ihn.

„Es tut mir so leid Freunde …“ begann Thomas.

„Hör auf! Wir sind mit dir.“ beruhigte ihn Max.

Die Menschenmenge applaudierte ihn.

„Und wo sind die Puzzleteile?“ fragte Jean.

„Sie sind immer noch bei meinen Eltern. Sie wissen nicht, dass ich hier bin.“

In diesem Moment war ein neuer Hubschrauber zu hören, der mitten im Schulhof landete, so dass die Menschenmenge zurücktreten musste.

„Thomas, was machst du denn da? Steig sofort hier ein!“

„Ich …“

„Thomas, ich bin der Meinung, es ist höchste Zeit, dass du eine Wahl triffst …“

                    

Kapitel 8 – Deutschland (Team Nardini-Schule)

Im Hubschrauber herrschte eisiges Schweigen. Thomas war klar, dass er nun mit ernsten Konsequenzen zu rechnen hatte und die bekam er auch: seine Eltern misstrauten ihm, sperrten ihn ins Zimmer wie in ein Gefängnis und stellten ihm auch noch Herrn Früh, den alten Hausangestellten als Bewacher zur Seite.

Wie sollte er da je wieder für seine Ideale kämpfen, die Freunde treffen oder gar zu den Puzzleteilen kommen?

In der Zwischenzeit waren die Freunde in einem Hotel untergekommen. Draußen hörte man immer noch die Menschen rufen und gegen die Zentralregierung demonstrieren.

„Armer Thomas“, sagte Heidi traurig und wieder lief ihr eine Träne übers Gesicht.
„Ja, in seiner Haut möchte ich jetzt wirklich nicht stecken“, erwiderte Moritz. „Umso mehr müssen wir eben jetzt kämpfen!“, sagte Max „und wie man da draußen sieht, sind wir ja nicht allein!“

„Meint ihr, wir können noch auf Thomas zählen?“, fragte Jean. „Thomas würde uns nie im Stich lassen, das weiß ich genau!“, rief Heidi und alle stimmten zu.

Im Lauf der Zeit freundete sich Thomas mit Herrn Früh an, denn die zwei kannten sich schon seit Thomas ein kleines Kind war. Es stellte sich heraus, dass dem Alten die Entwicklungen unter der Zentralregierung auch überhaupt nicht gefielen, aber er hatte nie etwas gesagt, weil er seinen Job nicht verlieren wollte. 

So konnte Thomas ihn überreden, ihm und den Freunden zu helfen.

„Ich bin sehr alt und ich habe nicht mehr viel zu verlieren“, sagte er etwas traurig, „aber ihr, ihr seid die Zukunft! Also müsst ihr die Sache zum Guten wenden!“ und seine Augen strahlten.

Einige Tage später konnte Herr Früh unbemerkt die Puzzleteile finden und steckte sie Thomas zu.
„Da fehlt doch noch eines!“, rief Thomas.

„Nein, das waren alle, die es gab“, versicherte der Alte.
Da fiel es Thomas ein – die Freunde mussten noch einmal in das Land kommen, das früher einmal Deutschland hieß! Er selbst war ja schon da und die meisten von ihnen kamen aus seiner Umgebung.

Er musste also flüchten und sie treffen!

Nur wo mussten sie das letzte Puzzlestück suchen?
Thomas betrachtete den Kartenschnipsel von Deutschland ganz genau.
Ziemlich nahe bei dem Ort, wo sie die erste Zeitkapsel ausgegraben hatten, war eine Markierung. Offensichtlich hatten sich die früheren Schüler gekannt und ihre beiden Schulen markiert.

Mittlerweile demonstrierten in ganz Europia unzufriedene Menschen gegen die Zentralregierung. Die Freunde waren nach Hause zurückgekehrt und auch in der nächsten Stadt war eine große Kundgebung angesagt. 

„Da müssen wir hin!“ rief Max kämpferisch. „Schließlich haben - oder besser gesagt hatten - wir die Puzzleteile für die Karte aus der Zeit, als es noch richtige Länder gab!“

„Ja, aber die Puzzleteile sind jetzt bei Thomas und der ist eingesperrt“, erwiderte Moritz.

„Egal wie, Thomas lässt sich bestimmt nicht so leicht unterkriegen, also los!“ rief Heidi begeistert und sie zogen los.

Auf dem Weg zur Stadtmitte von Germersheim begegnete ihnen kein Mensch.

Alle schienen sich entweder nicht heraus zu trauen oder waren schon auf dem großen Platz.

Da sahen sie plötzlich einen Jugendlichen. Er starrte abwechselnd auf ein Stück Papier und auf den Boden. Und er kam ihnen sehr bekannt vor...

„Das... das gibt´s doch gar nicht...“, stammelte Jean und alle stürmten glücklich auf Thomas zu und umarmten ihn.

Thomas erklärte ihnen atemlos, dass er im Hause seines Vaters einen Unterstützer gefunden und alle Puzzleteile dabei hatte. Nun müssten sie nur noch das letzte finden.

„Auf der Karte ist eine Markierung, es muss gleich hier sein“, erklärte er.

„Aber das ist doch einfach ein leerer Platz, soll das mal eine Schule gewesen sein?“ fragte Moritz.

„Naja, denk doch mal an die anderen Orte, da gab es auch keine Schulen mehr“ entgegnete Max und sie fingen an zu graben.

An einer Stelle war der Boden ziemlich weich und sie fanden die Reste eines Sandkastens. Und gleich daneben lag die Zeitkapsel!

„Schnell, mach auf!“, rief Max und sie fanden darin Fotos, Münzen, ein paar undefinierbare Dinge, einen kleinen Brief und das letzte Puzzlestück.

Im Brief stand: „Hier stand einmal eine schule nur für spezielle kinder. es ist das jahr 2016 und wir haben hier einige sachen vergraben die für uns wichtig waren wenn ihr sie findet behaltet sie sie sind dann bestimmt wertvoll! viele grüße von Brian, Nicolas, Shawn, Rico, Selina und Francesca“

Verwirrt fragte Heidi: „Spezielle Kinder? Sind wir nicht alle irgendwie speziell? Wir sitzen doch alle im gleichen Boot, äh in der gleichen Schule!“ und alle lachten.

„Jetzt aber los zum großen Platz!“ rief Thomas. „Wir haben jetzt alle Puzzlestücke und haben den Leuten einiges zu sagen!“

Heidi schaute Thomas bewundernd an. Sie erinnerte sich, wie er schon einmal auf der Treppe gestanden und zu den Menschen gesprochen hatte.

Der Platz war voller Menschen, sie riefen und sangen „Wir sind die Zukunft. Wir sind einheitlich, doch auch einzigartig!“

Die Freunde marschierten zur Mitte, wo eine Erhöhung aus großen Steinen war.
Aus dem Augenwinkel sahen sie ein Mädchen in ihrem Alter. Ihre lila Kapuze kam ihnen sofort bekannt vor.

Es war Claudette!

                                     

Kapitel 9 (Schweden)

 

Die Freunde sind schnell zu dem Mädchen dem wie Claudette aussah gelaufen. Heidi war zuerst und hat vor Freude gerufen als sie sah, dass es wirklich sie war.

- Wie kann es möglich sein, Claudette? Wir alle haben dich sterben gesehen, als mein Vater dich in Frankreich geschossen hat, sagte Thomas erstaunt.

- Ich verstehe, dass es für euch verwirrend fühlen muss, aber ich werde euch alles erzählen, sagte Claudette.

Es zeigte sich, dass die Geschosse die Thomas Vater benutzt hatte nur zufällig tötete, so Claudette ist einige Tage später aufgewachten und hat sich dann dafür entschieden ihre Freunde wieder zu finden, so dass sie zusammen aufdecken könnten wie Europa früher aussah.

- Jetzt, wenn wir alle zusammen sind und alle Puzzleteile haben müssen wir was wir wissen mit alle auf dem groβen Platz teilen, sagte Thomas. Alle stimmten zu.

Die fünf Freunde sind auf der Erhebung auf dem groβen Platz geklettert und sind gerufen um die Aufmerksamkeit von den Menschen zu bekommen.

- Wir haben eine Karte die zeigt wie die Landgrenzen im Jahr 2016 aussah, bevor die Regierung die Macht genommen hat und die Grenzen abgeschafft hat, sagte Max. Dann erzählte er von ihrer Reise und sagte, dass sie die Regierung stürzen müssen so dass sie wie die Menschen die vor hundert Jahren lebten, leben können. Es schiente ein besseres Leben zu sein, als das Leben die sie selbst heute lebten.

Nachdem Max alles erzählt hatte, hat plötzlich ein alter Mann angerufen:

- Jetzt haben wir endlich Beweise und können jetzt zu der Regierung gehen und eine Veränderung erfordern. Meiner Opa erzählte wie das Leben früher war, dann hatte den Mensch ganz andere Rechte, Rechte die wir auch heute haben sollten. Wenn wir die Regierung stürzen können wir unseren Landgrenzen und verschiedenen Kulturen zurückbekommen und Menschen werden auch verschiedene sein dürfen und einfach mehr Rechte bekommen haben.

Der Mann ergreift dann die Initiative zu der Regierungskanzlei zu gehen, wenn die ganze Volksammlung mitkommen, was auch die meisten machen. Zusammen stürmen sie herein und sind von ungefähr zehn Menschen begleiten, unter anderem von Thomas Eltern.


- FORTSETZUNG FOLGT ...! -